"The Class"

Die Entwicklung

Im seichten Gewässer des Long Island Sound östlich von New York pflegte die Segelsport Schickeria Anfang des 20 ten Jahrhundert nur auszulaufen, wenn es weniger als 2 Windstärken bliess. Der Regatteur Georg A. Corry war mit dem damaligen Angebot an tauglichen Regattayachten unzufrieden und beauftragte den führenden Konstrukteur William Gardner in Port Washington mit dem Bau eines geeigneten Schiffes. Francis Sweisguth ging an die Arbeit und entwickelte eine Knickspannt-Yacht, welche mit dem Namen Star getauft wurde. Bereits im Winter 1910/11 wurden die ersten 22 Starboote bei Ike Smith in Port Washington auf Kiel gelegt, mit Holz auf aufbeplankt und mit einer Steilgaffel mit langem Grossbaum versehen. Am 30. Mai 1911 feierte der Star Geburtstag: Am Long Island Sound traten die ersten Crews an zur legendären "Memorial Day Regatta 1911" des Harlem Yacht Club. Die Klasse prosperierte weiter und George W. Elder setzte erstmals Klassenbestimmungen durch.

Die Klassenvereinigung

Am 20. Januar 1922 wurde im New Yorker Nobelhotel Astor die internationale Klassenvereinigung aus der Taufe gehoben. Die "International Star Class Yacht Racing Association" (ISCYRA) mit Ihren beispielhaft demokratischen Struktur, klarer Gewaltentrennung und strikten Bau- und Vermessungsbestimmungen hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Stare zur weltweit führenden Einheits-Regattaklasse wurden.

Die Evolution

Die Steilgaffel wurde schon 1922 durch das kurze "Marconi-Rig" abgelöst, ohne Gaffel, aber noch mit dem langen Grossbaum. Starvater Corry erlebte noch grollend, wie die Bastler und Tüftler den Kiel um einige Zoll nach achtern versetzten und so dem Schiff die Luvgierigkeit nahmen. Englische Segelfreunde, einem neuen Spielzeug nie abgeneigt, brachten das Schiff auf die Insel. 1927 entstand die erste europäische Flotte, die Solent-Fleet. Nachdem das Empire den Anfang gemacht und das erste Starboot in Europa gebaut hatte, fasste ein Jahr später der Star in der Grand Nation Fuss mit den Flotten Paris und Cannes.1929 wurde das "hohe Marconi Rig" eingeführt mit einem hohen, mit Klaviersaiten verstagten Mast und kürzerem Baum. 1930 wurde diese Takelage Vorschrift. In dieser Zeit erhielt der Star sein heutiges Erscheinungsbild. Bereits seit 1938 entwickelte der Deutsch-Brasilianer Pimm von Hütschler mit dem hanseatischen Bootsbauer Cäsar Fuhlendorf das flexible Rigg und fuhr an den Weltmeisterschaften dem gesamten Feld davon. Seither hat sich der Star in jeder Hinsicht als Klassiker bewährt. Es ist die älteste olympische Bootsklasse; 1932 war des Jahr der ersten Zulassung und auch heute gilt es als das kompetitievste olympische Boot. Mittlerweile wurden weltweit 8'000 Yachten gebaut und ca. 2'000 aktiven Regattasegler sind in der ISCYRA organisiert. Unzählige Spitzensegler, welche im America's Cup erfolgreich segeln, kommen aus der Starklasse: Mr. America's Cup himself Dennis Conner (USA), Torben Grael (Bra), Enrico Chieffi (I) etc. Weitere weltberühmte Segler wie Colin Baeshel, John Kostecki, Mats Johansson, Benny Anderson oder Mark Reynolds regattieren teilweise noch immer im Starboot.

Die Schweizer Starszene

Nach dem 2. Weltkrieg gründeten die Zürcher die erste Schweizer Starflotte, die Flotte Zürichsee und organisierten 1946 die erste Schweizer Meisterschaft. 1948 zogen die Berner nach und organisierten sich in der Flotte Thuner-Bielersee. Die Vereinigung Schweizerischer Starflotten mit 400 Starsegler ist weltweit der viertgrösste Landesverband und mit 11. Flotten im 9. District "Mistral" zusammen mit Frankreich und Monaco organisiert. Die Flotte Basel wurde 1999 gegründet ist das jüngste Mitglied sowohl im District wie in der Schweiz.

Kennzahlen:

 

Typ:

Länge über alles:

Länge der Wasserlinie:

Verdrängung:

Tiefgang:

Kielgewicht:

Segelfläche:

Grosssegel:

Fock:

Länge Mast:

Länge Baum:

Zulässige Werkstoffe für den Rumpf

Zweimann-Kielboot

6.92 m

4.72 m

0.68 t

102 m

400 kg

27.9 m2

20.5 m2

7.5 m2

ca. 10 m

ca. 4.5 m

Holz, Epoxy, Polyeste

International Star Class Yacht Racing Association

Basel Fleet